Kindergarten :-)

Im Marder-Kindergarten ist momentan täglich das gleiche Programm angesagt: Schlafen, Fressen, Spielen ! Was braucht man mehr um groß, stark, geschickt, mutig und taff zu werden ? Trotzdem ist bei sovielen Marderkindern immer Kontrolle angesagt. Gelegentlich mal ne Darminfektion, Kokzidienausbruch, die ersten Zecken und kleine Blessuren vom übermütigen Toben. Aber das haben wir im Griff.

Verhaftet !

Dieser kleine Ganove wurde gestern wegen „Landstreicherei“ verhaftet. Am hellichten Tag mitten in der Innenstadt und obendrein noch als Steinmarder verkleidet. Wir konnten den Zwerg dann bei der Polizeistation in Pfaffenhofen in unsere Obhut nehmen. Der Mauswiesel-Junge hat sich inzwischen gut erholt, mampft ordentlich und beißt schon. Also alles gut.

Eigentlich haben wir bereits Aufnahmestop ! Aber der Polizei einen „Marder“ verweigern wäre doch unhöflich. Um so mehr waren wir erleichtert, dass sich das Zwergerl als Mauswiesel entpuppt hat.  Der Wieselbub ist relativ leicht in der Aufzucht und Auswilderung. Auch Gesellschaft ist nicht zwingend nötig – wäre aber schön.

Geschafft !

So, nun war auch hier in Bayern dringend eine Erweiterung der Gehege nötig.

Soviele Findlinge und Notfälle wie dieses Jahr hatten wir noch nie. Wir platzen aus allen Nähten.

Die 5, nach Alter sortierten Gruppen, brauchen Platz.

 

So mußten wir über das lange Wochenende schnell alle Gitterreste, Schrauben, Bretter und Kratzbäume zusammensuchen und mit unseren freiwilligen Helfern „Nadine und Philip“ auf die Schnelle was basteln.

Also mußte der Holzschuppen umfunktioniert werden.

 

Nun können wir die jüngeren immer stationsweise darin einquartieren bis eins der großen Freigehege Ende Juli wieder frei wird, zumal bis dahin die erste Gruppe zum auswildern bereit ist.

 

Es ist richtig schön geworden. Wir sind Happy 🙂

Gehegebau Rheinland-Pfalz

Teil 1 des Waldgeheges hat begonnen. Da die Zeit davonläuft mußten unsere Helfer erst mal in die eigene Tasche gehn um schnell anfangen zu können. Inzwischen sind 2 Spenden angekommen und es geht vorwärts. Ganz besonderen Dank an C. und J.
Wer noch was dazu beisteuern möchte kann über unseren Wunschzettel etwas schicken lassen. Es wird noch einiges benötigt.

Nachtrag,  31. Mai 2017: Wir haben alle Teile für den Gehegebau beinander. Ganz lieben Dank an die Spender. Wir posten weitere Fotos vom Bau.

Wer noch etwas spenden möchte, kann das über unseren normalen Wunschzettel tun. Futter wird dringend in Bayern benötigt 🙂 Hier der Wunschzettel:

https://www.amazon.de/registry/wishlist/DWBI0SJ18QSP/ref=cm_sw_em_r_mt_ws__MkOlzb1QJ3JRM

Ganz lieben Dank

Euer Marderhilfsnetz-Team

Intensivpatienten !

2 schlimme Fälle auf einmal 
Gestern kamen gleich 2 Intensivpatienten.
Dori: ein etwas größeres Mädel, die jedoch extrem abgemagert und schwach ankam. Sie muss ich eine klebrige Flüssigkeit gefallen sein. Der Teerartige Matsch geht am Kopf nicht mehr ab. Die Augen waren auch damit verklebt und sind noch entzündet. Ich konnte sie soweit stabilisieren. Sie frisst inzwischen selber. Allerdings hat sie eine sehr komische Zahnfehlstellung. Das obere Gebiss besteht ist total verschoben. Mal sehen was daraus noch wird wenn alle permanenten Zähne da sind. Hoffe sie kann gut Beute fangen und fressen.
Motte: spät abens kam dieses zarte Wesen aus Regensburg. Sie war laut Findern mehrere Tage (womöglich eine Woche) in einem Gullischacht. Sie ist bis auf die Knochen abgemagert und wird von Krämpfen heimgesucht. Ich mußte sofort mit einer Akutkur beginnen und bewachte sie die ganze Nacht. Bis zu 4 Krämpfe pro Stunde beutelten den kleinen Körper. Eigentlich hab ich sie bereits um 2 Uhr Nachts aufgegeben und wünschte ihr schon eine gute Reise auf dem Regenbogen. Aber sie lebt noch. Wenn sie es so will, bin ich dabei und kämpfe mit ihr 🙂

Momentan ist es zwar grenzwertig was meine Nerven anbelangt, aber ich muss durchhalten. Jedes dieser Wesen hat es verdient dass man um es kämpft. Aktuell sind es 17 Marder nur bei mir. Davon 4 Intensivpatienten.
Bitte drückt die Daumen und schickt uns etwas Energie.

Nachtrag 28. Mai 2017: Die kleine Motte ist heute Nacht ins Licht gegangen ! Ich bin unsagbar traurig darüber. Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft aber die vielen Krämpfe waren letztendlich einfach zu kraftraubend für den zerbrechlichen Körper. Flieg zum Regenbogen süße Motte

Ernst nehmen wenn was nicht stimmt !

Symptome: Appetitlosigkeit, Durchfall, Gewichtsverlust, blutender bzw. wunder After, schlapp, Erbrechen

Ursache 1: Kokzidien, Magen- Darmentzündung
Behandlung: Meist hilft es wenn sehr schnell „Cotrim K Suspension“ verabreicht wird (genaue Dosierung und Dauer kann bei uns erfragt werden). Wir geben zusätzlich diverse homöop. Mittel, die den Zustand schnell stabilisieren und das Antibiotikum besser vertragen lassen. Ausreichend Flüssigkeit – Kamilletee evtl. mit etwas Honig. Zusätzliche Wärmequelle (Wärmflasche, SnuggleSafe).
Falls nötig Futter aus Spritze – dazu am besten Animonda durch ein Sieb streichen, mit etwas Wasser matschig machen und mit einer 5ml spritze (natürlich ohne Nadel) Erbsengroße Mengen ins Mauli geben.
Ursache 2: Giardien
Behandlung: Vorausgesetzt das Marderchen hat über 500 Gramm und ist stabil kann mit Panacur behandelt werden – genaue Dosierung ist wichtig (Tierarzt).
Fall es leichter ist, bereits abgenommen hat, dehydriert oder schlapp ist, könnte eine chemische Keule wie Panacur o.Ä. das geschwächte Marderchen sogar töten. Dann müßten wir erstmal den Körper, das Immunsystem und die Darmflora stabilisieren. Dazu sind einige Methoden möglich. Als günstig hat sich auch Cotrim erwiesen – bis der Zustand besser ist. Zwar hilft es nicht gegen die Giardien aber beugt erstmal Sekundärinfektionen vor.
Ansonsten wie oben – Wärme, Flüssigkeit, füttern.

Weitere Ursachen: Natürlich gibt es viele weitere Erkrankungen, die solche Symptome verursachen. Im Zweifel deshalb genau abklären und einen Tierheilpraktiekr oder Tierarzt mit Marderfahrung aufsuchen.
Einige Medikamete, die in diesen Fällen bei Hautieren gegeben werden sind NICHT für Marder geeignet !

Marderchen bei denen die oben genannten Symptome festgestellt werden sollten während der Behandlung bis zur kompletten Genesung von den anderen getrennt sein. Zum einen brauchen sie absolute Ruhe und sie sollen die anderen ja auch nicht anstecken.

In allen Fällen sollte eine Kotprobe ins Labor geschickt werden und auf Kokzidien und Giardien getestet werden.
Bereits während einer Behandlung sollte dringend mit BeneBac, SymbioPet oder einem anderen adäquaten Darmbakterien-Mittel ergänzt werden.

Sowohl Kokzidien als auch Giardien wird man nie zu 100 % los. Es geht aber erst mal um die Eindämmung. Später sollte der ausgewachsene Marder ein gutes Immunsystem haben und wird mit einer kleinen Menge der Darmparasiten gut selber fertig. Deshalb wird auch nur behandelt, wenn die Symptome das Marderchen schwächen.
Für Fragen gerne bei uns melden.

Gehegebau Rheinland-Pfalz

Wir bitten um Unterstützung für ein Aufzucht- und Auswilderungsgehege.
Für unsere beiden wichtigsten Auzucht- und Auswilderungsstellen in Rheinlandpfalz muss dringend ein neues Gehege gebaut werden. Der Platz und die Arbeiter sind vorhanden. Leider fressen die Marderkinder gerade wortwörtlich unsere Budgets komplet auf 🙂 Wir finanzieren alles aus eigener Tasche – und die ist nun fast leer. Bitte helft uns dieses Gehege bauen zu können. Nur so können wir nach Rheinland-Pfalz weitere Findlinge hin vermitteln.
Eine Bestellung über den Wunschzettel wird dann automatisch an die richtige Stelle versandt.
Herzlichen Dank
Euer Marderhilfsnetz-Team

https://www.amazon.de/registry/wishlist/3OFDE2QQWTGXS/ref=cm_sw_r_fa_ws_t2_EjeizbJ7FWH4Q

Gemein …

Das ist so eine Geschichte, wo ich platzen könnte vor Wut – sagt unsere Andrea in Rheinlandpfalz. Irgendwelche Leute, bei denen wohl schon seit Jahren Marder wohnen und „durch die Decke pinkeln“, haben beschlossen, dass sie gerade jetzt, in der Schonzeit keinen Nerv mehr auf die Viecher haben und eine Lebendfalle aufgestellt. Dort ist der kleine Dussel rein getappt und hat vermutlich schon seit der Nacht darin gesessen. Ein netter Nachbar hat das mitbekommen und den Kleinen zu einer Tierhilfe gebracht. Der Bub ist ziemlich apathisch und wird jetzt erst mal versorgt. Wie wir vermeiden können, dass diese …. noch den Rest der Familie „einfangen“ bzw. schlimmere Selbstjustiz betreiben ist noch in Planung…..

Hermeline

Gerade ist die große Hermelin-Finde-Phase 🙂
Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in der Sprechstunde jemand sagt: „Unsere Katze hat gerade einen Marder gebracht“. Im Normalfall kann man dann schon erahnen dass es ein Hermelin bzw. Wiesel ist.
Inzwischen konnten wir schon einige Zusammenführungen organisieren, so dass die Zwerge mind. einen Gleichgesinnten zum aufwachsen haben.
Leider gibt es durch die scharfen Katzenzähne auch oft Verletzungen, die nur mit Antibiotika zu behandeln sind. Aber diese winzigen, robusten Marderartigen sind kleine Kämpfer.

Es regnet Marderkinder !

Zumindest würde man das vermuten, denn viele landen in Dachrinnen und werden dort gefunden.
So auch die zarte „Jasmin“. Das stark abgemagerte Mädchen muss schon mehrere Tage allein im Dachboden verbracht haben bevor sie der Hunger heraus trieb. Sie landete in der Regenrinne einer lieben Familie Nähe Augsburg. Dort wurden die Finder auf sie aufmerksam. Rückführung zur Mutter war leider vergebens.
Wir trafen uns Anfang Mai auf halber Strecke und ich nahm die ängstliche Jasmin in Empfang. Ihrem Alter entsprechend sollte sie ca. 700 Gramm wiegen. Aber nur karge 320 Gramm waren es noch – eigentlich nur noch Fell und Knochen.

Inzwischen hat die  junge Dame schon gut aufgeholt und darf mit den anderen Marderkindern im Marderhaus toben. In ca. 1-2 Wochen wird auch der Weg zum Freigehege geöffnet und alle dürfen raus.

Aktuelles vom Marderhilfsnetz