Notfall-Hotline geöffnet

Unsere Hotline für Notfälle ist wieder geöffnet.
Ab sofort täglich von 10 – 12 Uhr und 19 – 20 Uhr unter
0162 7011880 (Vodafone-Netz)
Weitere Infos und Hilfe gibt es auf unserer Homepage unter: www.marderhilfsnetz.de

Bitte auch ein zweites mal versuchen wenn keiner dran geht (dann sind wir nämlich grad schon in einem Gespräch oder mit Notfällen beschäftigt). Und bedenkt bitte – wir machen das kostenlos und in unserer Freizeit.

 

Marder und Frettchen – eine Freundschaft ohne Happy End !

Viele denken Steinmarder und Frettchen passen zusammen, zumal beide zur Familie der Marder gehören.

Was jedoch am Anfang – wenn ein Marderkind zu Frettchen gesetzt wird – noch passend aussieht, wird sich bald als „schlimmer Fehler“ deutlich machen.

Von einer Vergesellschaftung (selbst einer kurzfristigen) ist dringend abzuraten.

Hier nur ein paar Punkte gegen eine solche Vergesellschaftung.

Futter:

Bei Mäusen, Küken, Huhn ect. sind wir noch ähnlich. Allerdings fressen Marder in einigen Sommermonaten bis zu 90 % nur Beeren, Früchte, Obst und auch mal Nüsse, welche sie auch gut verwerten können. Deshalb sollten sie es auch bereits im Jugendalter angeboten bekommen. Beim Frettchen würden solche Obstmengen gesundheitlichen Schaden anrichten (Insulinom-Bildung).

Parasiten:

Marderfindlinge sind oft mit Flöhen und Zecken besiedelt. Der Einsatz von Spot on´s bei kleinen Mardern und Babys endet oft tödlich.

Noch gefährlicher sind Darmparasiten, die zunächst nicht erkennbar sind: Kokzidien und Giardien.

Die meisten Marderbabys tragen sie bereits in sich und erkranken auch nicht daran, solange das Immunsystem gut ist. Eine Ansteckung an das Frettchen kann jedoch schlimme Folgen haben. Eine langwierige Behandlung und viel Chemie stehen ihm bevor.

Kampf- und Revierverhalten:

Der Steinmarder ist ein Wildtier !!! Das kleine hilflose, niedliche Marderbaby deutet darauf sicher nicht hin – aber es wird älter. Sein Revierverhalten und viele weitere Instinkte sorgen für Ärger und Streß unter den Tieren.

Oft gibt es bereits kleinere Verletzungen beim Spielen. Wer einmal eine Gruppe Marderkinder beim spielerischen Kämpfen beobachten konnte würde niemals auf die Idee kommen sein Frettchen da hineinzusetzen. Richtig ernst und sogar gefährlich für das Frettchen wird es allerdings erst wenn das Marderchen heranwächst. Mal davon abgesehen, ist es das oberstes Ziel jedes Wildtier auszuwildern !! Wer trotzdem einen heranwachsenden Marder in seiner Frettchengruppe belässt, muss nun damit rechnen, dass seine Frettchen schwere Verletzungen und sogar den Tod davon tragen werden.

Fehlprägung:

Marder können von Frettchen und Co. NICHT lernen, wie sich ein Stein-/Baummarder verhält.

Artgenossen in freier Natur reagieren ganz anders auf einen Eindringling. Große Marder-Reviere erfordern eine andere Kommunikation. Das lernen sogar Marderkinder untereinander bereits und trainieren es spielerisch. Fehlt dieses Training kann dieser Instinkt verkümmern. Den Marder dann doch noch mal eben auszuwildern bringt viel Leid über ihn, zumal er kaum Chancen auf ein eigenes Revier hat.

Aber auch eine emotionale Fehlprägung ist ungünstig. Man muss die vertraut gemachten Tiere, die zunächst miteinander gekuschelt und gespielt haben, wieder trennen, wenn der Marder abgegeben wird. Das kümmert die Frettchen weniger bzw., erleichtert sie eher, weil sie ja von den nervigen, immer kräftiger werdendem Marder zunehmend gebeutelt werden. Dies bedeutet aber noch mehr Stress für den Marder, der nicht nur den vertrauten Menschen „loslassen“ müssen, sondern auch die Spielkameraden („Prügelknaben“).

Wir betrachten es als absolut verantwortungslos und unnötig, domestizierte Tiere (Frettchen, Katze, Hund usw.) mit Wildtieren (Fuchs, Marder, Eichhörnchen usw.) zu vergesellschaften. Kein artfremdes Tier kann Artgenossen ersetzen und fehlgeprägte Wildtiere haben in Freiheit deutlich schlechtere Überlebenschancen. Ein überlebenswichtiges Verhalten für Wildtiere ist z.B. die Flucht vor potentiellen Gefahren, wenn es sein muss Verteidigung bis aufs Blut, sowie äußerste Vorsicht bei unbekannten Reizen. Verhaltensweisen, die domestizierten Tieren durch den Menschen nach und nach durch Selektion weggezüchtet wurde, da sie unnötig bzw. sogar sehr störend für die Haustierhaltung sind. Während beipielsweise vielen Frettchen eine knallende Tür herzlich egal ist, sie vielleicht nur einmal kurz erschreckt gucken und dann weiter herumwuseln, müssen Marder bei so einem plötzlichen und potentiell gefährlichen Geräusch blitzartig flüchten und im Versteck ausharren, bis die (potentielle) Gefahr vorbei ist. Dies ist natürlich genetisch verankert, kann aber durch den Einfluss von Haustieren (und Menschen) so beeinflusst werden, dass überlebenswichtige Verhaltensweisen nicht ausreichend ausgeprägt sind, um lange in Freiheit zu überleben.

Selbst das Verhalten von Baum- und Steinmarder unterscheidet sich mit zunehmendem Alter immer deutlicher voneinander und die Arten suchen und bevorzugen – wenn sie die Möglichkeit haben – instinktiv immer den Kontakt zu echten Artgenossen. Der Unterschied zu Frettchen oder gar Katze und Hund (der später zusätzlich eine Gefahr als „Jäger“ darstellt) ist gravierend.

Wir werden leider oft erst um Rat gefragt wenn es bereits zu spät ist. Unsere jahrelange Statistik und die alljährlichen Erfahrungen machen immer wieder die teils schwerwiegenden Folgen von Fehlprägungen und artfremden Vergesellschaftungen deutlich.

Die Handaufzucht eines Wildtieres hat IMMER zum Ziel, das Tier wieder bestmöglich vorbereitet in die Freiheit zu entlassen. Die unnötige Fehlprägung auf andere Tierarten ist dringend zu vermeiden, sonst müssen die als Welpe so geliebten Marder bitter für die Fehler der Menschen bezahlen und all die Liebe, Zeit und Mühe war umsonst.

1 x 1 der Marderaufzucht

Es geht wieder los. Die Babys werden bald geboren. Leider werden wieder einige Mamis ihre Kinder nicht selber aufziehen können (Unfall, Gift, Vergrähmung uvm.).
Menschen die die kleinen Würmer dann finden sollten bei der Aufzucht unbedingt einiges bedenken und beachten.
Hier also eine Kurzfassung zu den wichtigen Punkten.

1. Rückführung zur Mutter. Sie kann es am besten !
http://marderhilfsnetz.de/backtomom.html

2. Erste Hilfe: Was ist zu tun ? Wärme, Flüssigkeit …
http://marderhilfsnetz.de/hilfe-not.html

3. Selbst aufziehen oder abgeben ? Gut überlegen !
http://marderhilfsnetz.de/baby-gefunden.html

4. Niemals als Einzelkind aufziehen ! Das bringt nur Leid !
http://marderhilfsnetz.de/einzelkind.html

5. Milch: Bis zur 8. Woche nur Aufzuchtmilch
http://marderhilfsnetz.de/milch.html

6. Parasiten: Keine Floh- oder Zeckenmittel auftragen !
http://marderhilfsnetz.de/parasiten.html

7. Baby`s Gesundheit. Von Durchfall bis Zahnung !
http://marderhilfsnetz.de/baby-krankheiten.html

8. Futter: ohne Küken geht es nicht !!
http://marderhilfsnetz.de/aufzucht2.html

9. Auswilderung: Nicht unter 4 Monaten (also ab Juli/August)
http://marderhilfsnetz.de/auswildern-allgemein.html

10. Darf ich das überhaupt ? Rechte und Pflichten !
http://marderhilfsnetz.de/gesetz-recht.html

Blog vernachlässigt :-(

Ach je, nun geht schon fast die nächste Saison los und ich hab hier garnichts gepostet über 2016.  Das liegt sicher daran, dass wir alles aktuelle immer in Facebook posten.

Über unsere Beratung konnten wir 2016 wieder vielen Steinmardern, Hermelinen und Mauswieseln helfen. Einen Großteil davon haben ich  und unsere Leute aufgezogen und ausgewildert. Auch ein paar erwachsene Unfallmarder waren wieder dabei. Leider konnte die nicht alle gerettet werden.

Am 16. Januar 2017 kam jedoch „Kamillo“ über die Tierrettung München zu mir. Ein 1-jähriger, stattlicher Rüde mit der Info „Autounfall“.  Meine Untersuchung ergab, dass er eine ordentliche Gehirnerschütterung hatte. Er mußte tatsächlich 10 Tage bei mir bleiben bis er wieder völlig fit war. Erst die letzten paar Tage zeigte er deutlich dass er nicht mehr bleiben will.   Foto: Kamillo an Tag 4 bei mir

So, ich gelobe Besserung und werde künftig wieder ordentlicher mit dem Blog umgehen.

Auf eine ruhige Saison 🙂

Karin und das Marderhilfsnetz

Saison 2016 ist eröffnet

notfall-button2016

Hilfe für Marderfindlinge:

Notfallhotline:

0162 7011880 (normale Vodafone-Netz-Gebühren)

Montag bis Freitag: 13:00 bis 14:00 Uhr u. 17:00 bis 19:00 Uhr

Samstag und Sonntag: 12:00 bis 13:00 Uhr und 16:00 bis 18:00 Uhr

Bitte auch ein zweites mal versuchen wenn keiner dran geht (dann sind wir nämlich grad schon in einem Gespräch oder mit Notfällen beschäftigt).

Erste-Hilfe-Infos gibt es auf unserer Homepage unter:

http://marderhilfsnetz.de/hilfe-not.html

Auch die häufigsten Babyproblme, Milchmengen, Alterbestimmung uvm. ist dort auf weiteren Seiten zu finden.

Mailadressen für bestimmte Marderarten:

Baummarder: baummarder@marderhilfsnetz.de

Wiesel und Hermelin: mauswiesel@marderhilfsnetz.de

Über Facebook machen wir keine Beratungen !!

Änderungen im Marderhilfsnetz

Hallo Liebe Marderfreunde,

die marderfreie Zeit möchte ich nutzen um einige Änderungen und Umstrukturierungen in Sachen Marderhilfsnetz durchzuführen und hiermit schon mal vorab bekannt zu geben.

Was sich ändert:
Wir werden die persönliche Beratung über die Notfall-Hotline auf die „Erste Hilfe“ beschränken – die bekommt jedoch weiterhin jeder Findling in ganz Deutschland (die Hotline ist wieder ab April offen). Alles weitere von der Aufzucht bis zur Auswilderung ist ausführlich auf der Homepage beschrieben.
Die Zusammenführung und Vermittlung müssen wir jedoch auf Bayern begrenzen – nur so können wir die Stellen auch im Auge behalten und mit gutem Gewissen empfehlen.
Das Forum wird deshalb ebenfalls zum Jahresende eingestellt.

Die Hilfe über die Homepage bleibt. Diese werde ich versuchen noch kompakter und übersichtlicher zu gestalten, so dass jeder
die Antworten auf seine Fragen bekommt.
Wir werden versuchen für jedes Bundesland eine mardersachkundige Anlaufstelle anzugeben, die Übersicht dazu ist aber noch in Arbeit.
Hierzu nehme ich gerne Vorschläge an (aber bitte nur wenn persönlich gute Erfahrungen gemacht wurden). Stationen, mit denen wir bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben werden wir nicht empfehlen !

In Überlegung ist ebenfalls, dass bestimmte Marderarten wie Iltis,
Hermelin, Mauswiesel und Baummarder einen einzigen, deutschlandweiten Ansprechpartner bekommen. Zumal diese Arten zahlenmäßig deutlich niedriger sind als die Steinmarder, ist die Beratung für jeweils eine Person gut zu bewerkstelligen.

Aber nun erstmal allen eine ruhige und schöne Winterruhe.

Viele Grüße
Karin
Marderhilfsnetz

Auswilderung der beiden Damen

Vsusi-im-baumor 4 Tagen war es endlich soweit. Die ersten Schritte in freier Wildbahn. Jetzt zeigen sich die Charaktere der Mädels ganz deutlich. Susi ist die Draufgängerin und klettert frech drauf los. Bonny wartet ab bis Susi zurückkommt und sie abholt – so nach dem Motto: „Die Luft ist rein – kannst mitkommen !“.  Wir werden es also langsam angehen lassen bis auch Bonny so taff ist um da draußen zurecht zu kommen. Spaß haben die Beiden auf jeden Fall 😉 Da im Umkreis von 8 km in alle Seiten nur Wald ist, können sie sich auch langsam komplett vom Menschen entfremden.

Die Mädels ….

.. ansich gibt es nichts neues von den Beiden Ladys. Sie spielen (wenn auch zeitweise schon etwas grober), sie mampfen (Winterspeck lässt grüßen) und sie schlafen (nach wie vor getrennt voneinander). bonny-feb

Bonny ist etwas scheuer und bevorzugt die Röhre wenn ich ins Gehege komme.

 

Susi ist deutlich frecher.  Sie kommt schon susi-febmal angesaust und beißt in meine Schuhe – vorallem wenn ich im Gehege saubermache.

Trotzdem keine Grund zur Sorge – bei Fremden sind beide scheu und verstecken sich.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden und zuversichtlich auf eine erfolgreiche Auswilderung sobald der Frühling uns grüßt.

Alles gut !

Bonny und Susi sind gut drauf. Sie spielen immernoch sehr schön zusammen und fetzen durch das Gehege. Es gibt nur kleine Zankereien. Sie fressen super, keine Parasiten im Kot und ihr Fell ist dicht und warm. Bonny läuft bereits in die andere Ecke des Geheges wenn ich rein gehe – das ist schön. Leider ist Susi immer noch an mir interessiert und würde sich sogar hochnehmen lassen. Allerdings nur bei mir. Wenn sich Fremde in der Nähe aufhalten sind sie unsichtbar.
Ich bin rundum zufrieden mit den beiden Damen. Der Frühling – und somit eine Auswilderung – kann kommen.